Kaminofen reinigen – so reinigt man ihn richtig

Bevor die Heizsaison wieder losgeht, sollte jeder Besitzer eines Kaminofens die Feuerstätte gründlich reinigen. Dadurch wird eine schadstoffarme und sichere Verbrennung ohne Bildung von Ruß garantiert. Denn, wer es versäumt, seinen Kaminofen zu reinigen, dem kann ein Rußbrand drohen. Mit unseren Tipps und Tricks zur Kaminofenreinigung lässt sich dieser vermeiden.

Warum sollte ich den Kaminofen reinigen?

Im Unterschied zur Zentralheizung oder Fernwärme befindet sich in einem Kaminofen loderndes Feuer, wenn das Holz darin angezündet ist. Das bringt mehr Lebendigkeit in die eigenen vier Wände als ein Heizkörper. Jedoch entsteht beim Verbrennen des Holzes Asche, die regelmäßig entsorgt werden muss. Zusätzlich sollte der Kaminofen mindestens einmal im Jahr gereinigt werden. Denn, damit Holz während der Verbrennung auch wirklich Wärme erzeugt, benötigt es ausreichend Sauerstoff. Aber nur in einem sauberen Kaminofen erhält das Feuer genügend Sauerstoff.

Wann sollte ich den Kaminofen reinigen?

Der ideale Zeitpunkt, um den Kaminofen zu reinigen, ist die frühe Sommerzeit. Denn dann ist der Kaminofen im Normalfall nicht im Einsatz, während er im Winter ständig verwendet wird. Schließlich sollte der Kaminofen spätestens im Herbst, wenn die Abende frischer werden, nach einer entsprechenden Grundreinigung wieder voll und ganz einsatzfähig sein. Während der Heizperiode ist es ebenso unerlässlich, den Kaminofen zu reinigen, jedenfalls den Innenraum und die Sichtfenster. Gegebenenfalls auch die Verkleidung. Die Reinigung sollte natürlich nur im abgekühlten Zustand vorgenommen werden.

Was muss ich im Einzelnen im Kaminofen reinigen?

Damit der Kamin wieder richtig einsatzfähig wird, sollten Ofenrohr, Sichtschreibe, Brennraum und die Verkleidung gründlich gereinigt werden.

Ofenrohr zuerst reinigen

Das Ofenrohr ist das Verbindungsstück zwischen Schornstein und Kaminofen. Für die Reinigung ist nicht der Schornsteinfeger, sondern der Betreiber des Kaminofens selbst zuständig. Durch ein verschmutztes Ofenrohr verschlechtern sich die Brenneigenschaften des Kaminofens und es kann Rußbrand entstehen. Deshalb sollte das Ofenrohr richtig kontrolliert und gesäubert werden.

Hierfür wird die Reinigungsklappe des Ofenrohres geöffnet oder abgenommen, und mit einer speziellen Reinigungsbürste werden Rußablagerungen im Rohr gelöst. Am besten wird dabei die Bürste behutsam von der Öffnung in Richtung Schornstein bewegt. Wenn das Ofenrohr in Richtung Schornstein gereinigt ist, kommt das Stück, das in Richtung Kamin führt an die Reihe. Zum Schluss wird die Reinigungsklappe ebenfalls gesäubert. Am besten mit einer Drahtbürste. Zur Vermeidung der Verschmutzung der Umgebung helfen ausgelegte Planen oder Zeitungspapierseiten.

Brennraum reinigen mit Aschesauger

Nachdem das Ofenrohr gereinigt ist, sollte auch der Brennraum gesäubert werden. Der bei der Ofenrohreinigung herabgefallene Ruß sowie die Asche im Brennraum oder Aschekasten werden dabei entfernt. Feine Asche wird am besten mit einem Aschesauger aus dem Brennraum und vom Gitterrost gesaugt. Dabei werden keine schädlichen Verbrennungsrückstände aufgewirbelt. Alle Partikel werden von einem speziellen Filter absorbiert.

Ein wenig Asche darf aber ruhig im Feuerraum verbleiben. Denn diese ist sehr hilfreich in der Sommerpause. Denn auch im Sommer kann durch das Ofenrohr Luftfeuchtigkeit von außen in den Kaminofen eindringen. Ein kleiner Ascherest im Ofen bindet die Feuchtigkeit und wirkt somit feuchtigkeitsregulierend. Damit werden Schäden an Schamotte oder Vermiculite im Innenraum vermieden.

Sichtscheibe regelmäßig reinigen

Jeder Kaminofenliebhaber mag den ungehinderten Blick in das lodernde Feuer durch eine schöne große Scheibe. Jedoch wird der Blick getrübt, wenn die Scheibe stark verschmutzt ist. Romantik kommt damit natürlich nicht auf. Mit einer sauberen Scheibe im Kamin wirken außerdem Räume gleich viel wohnlicher und behaglicher.

Zum Reinigen der Sichtscheibe sind keine speziellen Reiniger und Tücher notwendig. Hierfür reichen weiße Asche aus dem Kamin und etwas Zeitungspapier aus. Das Zeitungspapier wird etwas zusammengeknüllt und mit Wasser angefeuchtet. Anschließend wird mit dem feuchten Papier etwas weiße Asche aufgenommen und die Scheibe damit abgerieben. Das ist ebenso eine gute Reinigungsmethode für zwischendurch. Wer mag, kann anschließend nach Bedarf noch etwas Glasreiniger verwenden. Während der Reinigung darf allerdings keine Feuchtigkeit hinter die Türdichtung laufen!

Verkleidung nicht vergessen zu reinigen

Für die Reinigung der Verkleidung des Kaminofens reicht im Normalfall ein feuchtes, weiches Tuch und warmes Wasser ohne Spülmittel. Denn manche Materialien sind sehr empfindlich. Bei pulverbeschichteten Stahloberflächen kann jedoch auch etwas verdünnte Seifenlauge verwendet werden.

Viele Kaminöfen verfügen über eine Specksteinverkleidung, da das Material die Wärme gut speichern kann. Für unversiegelte Specksteinoberflächen empfiehlt sich für die Reinigung ein sauberer, trockener Spülschwamm. Damit wird die gesamte Verkleidung aus Speckstein einfach kräftig abgerieben und erhält damit einen ganz leichten Schliff. Ein Nachwischen mit einem feuchten Tuch ist hierbei unerlässlich. Denn erst dadurch erhält der Speckstein wieder seinen alten Glanz zurück.

Verkleidungen aus Keramik oder Naturstein werden mit Wasser und etwas Seife oder Spülmittel gereinigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich auch spezielle Reiniger aus dem Handel nutzen.

Was tun bei verstärkter Rußbildung?

Werden zu feuchtes Holz oder Papier und andere Abfälle im Kaminofen verbrannt, entsteht vermehrt Ruß, der zu einem gefährlichen Rußbrand werden kann, sobald er Feuer fängt. Ruß kann ebenso bei Problemen mit der Luftzufuhr in Kaminöfen entstehen. Denn dann ist zu wenig Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung des Brennmaterials vorhanden. Ruß entsteht immer bei unvollständiger Verbrennung.

Um Rußbildung zu vermeiden sollte Holz mit einer Restfeuchte zwischen 15 und 20 % für die Befeuerung eines Kaminofens verwendet werden. Papier darf nicht im Kaminofen verbrannt werden, auch nicht zum Anheizen. Sollten Installationsfehler des Kaminofens vorliegen und dadurch die Luftzufuhr gestört sein, sollte ein Fachmann sich den Kaminofen ansehen, um Rußbrand zu vermeiden.

Fazit: Eine regelmäßige Ofenreinigung ist wichtig und lohnt sich

Um einen Kaminofen zu reinigen, bedarf es natürlich etwas Zeit. Aber es lohnt sich. Schließlich bleibt er damit funktionstüchtig und lang erhalten. Ebenso kann durch das regelmäßige Reinigen des Kaminofens Rußbrand verhindert werden. Die Sommerzeit ist am besten geeignet, um einen Kaminofen zu reinigen. In dieser Zeit kann er gleich eine Generalüberholung erhalten, falls Teile beschädigt sind. Ebenso unerlässlich ist es, den Kaminofen zu reinigen, während die Heizperiode im vollen Gange ist. Denn Sichtfenster, Verkleidung und vor allem die Brennkammer sollten zwischendurch gereinigt werden, damit der Ofen funktionstüchtig bleibt.